Natur-Dialoge: Der sympoietische Ansatz


Leben ist ein ständig wandelndes miteinander Werden, ein Gewebe vieler Lebewesen und vieler Elemente. Wir Menschen teilen unsere Form von Sprache und zugleich sind wir mit allen anderen irdischen Mitbewohner:innen und dem natürlichen Raum, der uns beheimatet, im Austausch. Und nicht nur das: wir sind auch mit allen menschengemachten Dingen - und das sind mittlerweile sehr, sehr viele - ständig in Beziehung. Das eine wirkt auf das andere ein. In wechselseitiger Verwiesenheit entsteht die Welt.

Der sympoietische Ansatz will dieses Werden zwischen Menschen, der Welt der eigenlebendigen Natur und den menschengemachten Dinge so fördern, dass es ein gesundes, regeneratives und schönes Miteinander ist. Dazu ist immer wieder viel zu lernen, viel zu tun.
Wir sind ein Team professioneller Komplementär-Therapeut:innen, -Ärzt:innen, -Beraterinnen. Wir sehen menschliche Krankheiten oder Probleme nicht isolierbar von der Welt. Unsere Haltung und unsere Methoden zielen darauf ab, verbundene Lebendigkeit wieder zu erinnern und zu pflegen. Das halten wir für gesund und es ist oft auch richtig heilsam.

Hier nun auch das Buch: zum Vertiefen, Weiterdenken, Mitfühlen und Austauschen:

 

Natur-Dialoge, Kreszmeier

Kurz zur Geschichte

Seit 2019 sind Netzwerke aus dem Feld der Systemischen Naturtherapie dabei, einen erweiterten theoretischen Hintergrund - den Natur-Dialog Ansatz zu formulieren. Daraus ist 2020 Natur-Dialog-Bewegung enstanden.
Astrid Habiba Kreszmeier hat die Grundlagen des Ansatzes ausgearbeitet und mit dem Begriff der Sympoiese verknüpt.
Im Herbst 2021 wird im Carl-Auer Verlag "Natur-Dialoge, Der sympoietische Ansatz in Therapie, Beratung und Pädagogik" erscheinen.

Hier zeigen wir immer wieder Ausschnitte aus diesem Ansatz:

Natur-dialogische Lernfelder

Erdverbundenheit
Konkrete Aufenthalte in weitestgehend zivilisationsfreien Naturräumen, bei denen einfaches, erdnahes Leben und alte naturbezogene Kulturtechniken erlebt und gelebt werden, aktivieren wesentliche Ressourcen von Wahrnehmung, Handfertigkeit und Beweglichkeit.  Die Erfahrung, dass die Erde Heimat und Lebensgrundlage ist und unsere Beziehung zu ihr Grundbedingung für gutes Leben.

Resonanzkultur
"Was bewegt uns, was bewegen wir und wie können wir gelingende Beziehungen gestalten?", das sind leitende Fragen in diesem Ansatz. Die dialogische Praxis der wechselseitigen Verbundenheit von Mensch, Natur und Ding, die Wahrnehmung der Atmosphären zwischen uns und unserer menschlichen und "mehr-als-menschlichen" Lebensumwelt werden gezielt gefördert.

Erinnerungspraxis
Menschliches Leben erfährt, erzählt, erinnert und gestaltet sich besonders über Sprache und Geschichten. Hinter den uns durch die Schriftkultur vertrauten Mythen, Märchen und Geschichten, verbirgt sich ein Erinnerungsschatz jener langen Zeit, in der Verbundenheit, Vertrauen, nährendes Miteinander Dreh- und Angelpunkte dieser Welt waren. Wir suchen den  Kontakt mit diesen Schichten.